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Dach-Angebot prüfen: die Punkte, an denen Angebote auseinandergehen

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Ein Dachangebot ist ein Angebot über Schichten

Ein saniertes Steildach besteht von innen nach außen aus einer Innenbekleidung, einer luftdichten Ebene, der Dämmung, einer Unterdeckbahn, der Konter- und Traglattung und der Eindeckung. Jede dieser Schichten ist eine eigene Leistung mit eigenem Material und eigenem Preis.

Genau daraus entsteht die Schwierigkeit beim Vergleich: Angebote bündeln unterschiedlich. Das eine listet sechs Positionen, das andere eine einzige Zeile „Dachsanierung komplett". Beide können denselben Aufbau meinen – oder eben nicht, und das steht nirgends.

Die erste Frage an ein Dachangebot lautet deshalb: Ist der Aufbau schichtweise beschrieben? Wenn nicht, lohnt die Bitte, genau das nachzureichen. Sie kostet den Betrieb zehn Minuten und macht das Angebot vergleichbar.

Die luftdichte Ebene ist der wichtigste Satz im Angebot

Auf der Raumseite der Dämmung liegt eine Bahn, die verhindert, dass warme Raumluft in die Dämmung strömt. Sie muss an allen Anschlüssen und Durchdringungen verklebt sein – am Giebel, am Kamin, an jedem Dachfenster, an jedem Kabel.

Fehlt sie oder ist sie schlecht verklebt, wandert Raumluft in die Konstruktion und gibt ihre Feuchte dort ab, wo es kalt ist. Der Schaden zeigt sich nicht im ersten Winter, sondern nach Jahren – dann aber an Sparren und Dämmung, und die Dachfläche muss noch einmal geöffnet werden.

Im Angebot ist diese Schicht oft nur eine Zeile über wenige hundert Euro, und sie fehlt genauso oft ganz. Für die Förderung ist die fachgerechte Ausführung außerdem Teil der Anforderungen.

Das Gerüst und seine Standzeit

Das Gerüst ist im Dachbau der größte einzelne Nebenposten und häufig der teuerste Nachtrag. Der Grund liegt nicht am Preis je Woche, sondern an der Frage, wie viele Wochen die Pauschale abdeckt.

Eine vollständige Dachsanierung am Einfamilienhaus läuft in der Regel sechs bis zehn Wochen, Witterung eingerechnet. Deckt die Pauschale vier Wochen ab, wird der Rest zusätzlich berechnet – und auf die Dauer haben Sie keinen Einfluss.

Fragen Sie deshalb nicht nur, ob das Gerüst enthalten ist, sondern: für welche Standzeit, was jede weitere Woche kostet und wer sie trägt, wenn sich die Ausführung aus Gründen verzögert, die nicht bei Ihnen liegen.

Positionen, die häufig fehlen

Über die geprüften Angebote hinweg sind es immer wieder dieselben Leistungen. Sie haben eines gemeinsam: Sie werden erst sichtbar, wenn das alte Dach schon offen ist.

  • Die luftdichte Ebene mit verklebten Anschlüssen
  • Die Unterdeck- oder Unterspannbahn über der Dämmung, mit Angabe der Regensicherheitsklasse
  • Konter- und Traglattung, die bei einer Aufsparrendämmung immer neu gestellt werden
  • Anschluss- und Blecharbeiten: Traufe, Ortgang, First, Kehlen, Kamin- und Wandanschlüsse, Dunstrohre
  • Abbruch der alten Eindeckung samt Lattung
  • Entsorgung nach Gewicht – bei einem Einfamilienhaus mehrere Container
  • Dachrinne und Rinnenhalter, die nach einer Aufdopplung oft nicht mehr passen
  • Die Innenbekleidung, wenn von innen gedämmt wird
  • Die Fachunternehmererklärung für den Förderantrag
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Asbest: die Frage vor der Beauftragung

Faserzementplatten wurden in Deutschland bis 1993 mit Asbest hergestellt. Wenn Ihr Haus älter ist und die Eindeckung erneuert wird, ist das nicht auszuschließen – und es betrifft nicht nur die Deckung, sondern auch alte Unterspannbahnen und Dämmungen.

Zeigt sich das erst auf dem Dach, steht die Baustelle. Abbruch und Entsorgung folgen dann der TRGS 519 und kosten ein Vielfaches der eingeplanten Summe, weil andere Schutzmaßnahmen, andere Entsorgungswege und andere Nachweise gelten.

Die Frage vorher ist deshalb billiger als die Antwort nachher: „Ist vor dem Abbruch eine Untersuchung auf Asbest und künstliche Mineralfasern vorgesehen, und was kostet die Entsorgung nach TRGS 519, falls der Befund positiv ausfällt?"

Wo die Förderung fürs Dach herkommt

Die Dachdämmung ist eine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle. Zuständig ist das BAFA, nicht die KfW. Die Grundförderung beträgt 15 Prozent der förderfähigen Kosten, gedeckelt auf 30.000 Euro je Wohneinheit und Kalenderjahr; mit einem individuellen Sanierungsfahrplan verdoppelt sich die Grenze.

Verlangt wird ein U-Wert von höchstens 0,14 W/(m²·K) für die Dachfläche und für die oberste Geschossdecke. Wie beim Fenster ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten Fördervoraussetzung.

Ein Punkt zum Verhältnis von Umfang und Zuschuss: Eine vollständige Dachsanierung liegt fast immer über der Höchstgrenze. Oberhalb davon schlägt jeder zusätzliche Euro voll auf Ihre Seite durch – genau dort lohnt es sich am meisten, Positionen zu hinterfragen, die nicht zwingend zur Dämmung gehören. Eine Photovoltaikanlage auf demselben Dach gehört ausdrücklich nicht in dieselbe Antragssumme; sie hat ihren eigenen Förderweg.

Die Punkte als Checkliste

Zusammengefasst die Punkte, an denen sich ein belastbares Dachangebot zeigt:

  • Der Aufbau ist schichtweise beschrieben
  • U-Wert des fertigen Bauteils, nicht nur die Dämmstärke
  • Dämmstoff mit Wärmeleitfähigkeit (WLG bzw. λ)
  • Luftdichte Ebene mit Angabe zu Bahn und Anschlussverklebung
  • Unterdeckbahn und Lattung als eigene Positionen
  • Anschluss- und Blecharbeiten einzeln ausgewiesen
  • Gerüst mit Standzeit und Preis je weiterer Woche
  • Abbruch und Entsorgung, bei Altbauten mit Aussage zum Asbestverdacht
  • Energieeffizienz-Experte und Fachunternehmererklärung
  • Zahlungsbedingungen, Fertigstellungstermin und Gewährleistung

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