Marktüblich
← Ratgeber

U-Wert oder Dämmstärke: was im Dachangebot wirklich zählt

Zuletzt aktualisiert am

Zwei Zahlen, nicht eine

Die Dämmwirkung einer Schicht hängt an zwei Größen: an der Dicke und an der Wärmeleitfähigkeit des Materials. Die Wärmeleitfähigkeit steht als λ (Lambda) in W/(m·K) im Datenblatt oder als Wärmeleitgruppe im Angebot – „WLG 035" ist eine andere Schreibweise für λ = 0,035.

Daraus folgt eine Rechnung, die sich im Kopf machen lässt: 180 mm mit WLG 035 dämmen ungefähr so gut wie 120 mm mit WLG 023. Ein Angebot mit dickerer Dämmung ist also nicht automatisch das bessere – und ein Angebot, das nur die Stärke nennt, sagt über die Dämmwirkung nichts.

Zwischen den Materialien liegen dabei auch beim Preis Welten. Mineralwolle mit WLG 035 ist deutlich günstiger je Kubikmeter als ein PU-Element mit WLG 023; dafür braucht sie mehr Platz, und der ist zwischen den Sparren begrenzt.

Für die Förderung zählt der U-Wert des Bauteils

Maßgeblich ist weder die Dämmstärke noch die Wärmeleitfähigkeit, sondern der U-Wert des fertigen Bauteils: 0,14 W/(m²·K) für die Dachfläche und für die oberste Geschossdecke. In diesen Wert gehen alle Schichten ein, auch die Innenbekleidung und die Eindeckung – und auch die Wärmebrücken der Sparren.

Letztere sind der Grund, warum eine reine Zwischensparrendämmung die Anforderung selten hält: Holz dämmt etwa viermal schlechter als der Dämmstoff daneben, und die Sparren stehen über die gesamte Fläche. Bei den in Altbauten üblichen Sparrenhöhen von 12 bis 16 Zentimetern ist 0,14 rechnerisch kaum zu erreichen, ohne aufzudoppeln oder zusätzlich unter den Sparren zu dämmen.

Die Überschlagsrechnung

Wenn das Angebot Dämmstärke und Wärmeleitfähigkeit nennt, aber keinen U-Wert, lässt sich der bestmögliche Fall abschätzen. Der Wärmedurchgangswiderstand der Dämmung ist Dicke in Metern geteilt durch λ; dazu kommt etwa 0,3 für alle übrigen Schichten und die Wärmeübergänge. Der U-Wert ist der Kehrwert der Summe.

Ein Beispiel: 180 mm mit λ 0,023 ergeben 0,18 / 0,023 = 7,8; plus 0,3 sind 8,1; der Kehrwert ist 0,12 – die Anforderung wäre rechnerisch gehalten. Dieselben 180 mm mit λ 0,040 ergeben 4,5; plus 0,3 sind 4,8; der Kehrwert ist 0,21 – deutlich darüber.

Diese Rechnung ist bewusst großzügig: Sie lässt die Wärmebrücken der Sparren außen vor, und die verschlechtern den echten Wert nur. Liegt schon dieser Bestfall über 0,14, ist eine Rückfrage vor der Beauftragung angebracht. Den Nachweis des Energieeffizienz-Experten ersetzt sie nicht.

Sie haben ein Angebot vorliegen? Lassen Sie es gegen echte Angebote einordnen – die Vorschau mit Preis- und Förder-Ampel ist kostenlos.

Wie viel Dämmung 0,14 verlangt

Dieselbe Rechnung rückwärts ergibt Größenordnungen, die sich im Gespräch verwenden lassen. Für einen U-Wert von 0,14 braucht es einen Widerstand von rund 7,1, davon 0,3 aus den übrigen Schichten – bleiben 6,8 für die Dämmung.

  • λ 0,023 (PU, Resol): rund 160 mm
  • λ 0,032 (bessere Mineralwolle, EPS): rund 220 mm
  • λ 0,035 (übliche Mineralwolle): rund 240 mm
  • λ 0,040 (Standard-Mineralwolle, Holzfaser): rund 280 mm

Was neben dem U-Wert zählt

Der U-Wert beschreibt den Winter. Für den Sommer ist eine andere Eigenschaft entscheidend: Wie lange braucht die Wärme, um durch den Aufbau zu wandern? Schwere Dämmstoffe wie Holzfaser oder Zellulose sind hier deutlich besser als leichte wie Mineralwolle oder PU, obwohl ihr U-Wert derselbe sein kann.

Bei einem ausgebauten Dachgeschoss, das im Sommer bewohnt wird, ist das kein Nebenaspekt. Ein Dach mit demselben U-Wert kann sich je nach Dämmstoff um mehrere Grad unterschiedlich aufheizen.

Ebenfalls verschieden: das Brandverhalten und die Feuchteverträglichkeit. Beides gehört ins Angebot und ist für den Vergleich zweier Materialien wichtiger als die dritte Nachkommastelle des λ-Werts.

Angebot liegt schon auf dem Tisch?

Laden Sie es hoch und sehen Sie in 90 Sekunden, wie es im Marktvergleich dasteht.

Dach-Angebot kostenlos prüfen