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Was eine Dachsanierung kostet – und warum das Gerüst die Rechnung bestimmt

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Der feste Anteil wiegt schwerer als beim Rest des Hauses

Baustelleneinrichtung, Anfahrt und vor allem das Gerüst fallen weitgehend unabhängig von der Dachfläche an. Das Gerüst steht um das ganze Haus, auch wenn nur eine Dachhälfte gedämmt wird.

Daraus folgt, dass ein Preis je Quadratmeter bei kleinen Flächen zwangsläufig höher liegt als bei großen – ohne dass das Angebot deshalb teurer wäre. Ein sinnvoller Vergleich fragt nicht „Was kostet der Quadratmeter?", sondern „Was kostet ein Dach dieser Größe in dieser Ausführung üblicherweise?".

Die Blöcke im Einzelnen

Bei einer Aufsparrendämmung mit neuer Eindeckung verteilt sich die Summe grob auf: Abbruch der Alteindeckung und Entsorgung, das Dämmmaterial, Unterdeckbahn und Lattung, die neue Eindeckung, die Anschluss- und Blecharbeiten, das Gerüst und den Arbeitslohn.

Auffällig ist dabei der Anteil der Anschlussarbeiten. Traufe, Ortgang, First, Kehlen, der Kaminanschluss und jede Durchdringung sind eigene Leistungen mit eigenem Material – und es sind genau die Stellen, an denen ein Dach undicht wird. In einem Angebot, das sie nicht ausweist, sind sie entweder eingerechnet oder sie fehlen, und das ist ein Unterschied von mehreren tausend Euro.

Was regelmäßig unterschätzt wird

Die Posten, die nach der Beauftragung als Nachtrag wiederkommen:

  • Weitere Wochen Gerüst-Standzeit über die Pauschale hinaus
  • Ein Asbestbefund in der Alteindeckung, mit Entsorgung nach TRGS 519
  • Schäden am Sparrenwerk, die erst nach dem Abdecken sichtbar werden
  • Die Dachrinne, die nach der Aufdopplung nicht mehr passt
  • Der Anschluss an den Schornsteinkopf, wenn er neu verputzt oder verkleidet werden muss
  • Dachflächenfenster, die im selben Zug getauscht werden – sie haben ihre eigene Förderanforderung
  • Die Innenbekleidung einschließlich Spachteln und Anstrich, wenn von innen gedämmt wird
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Die Reihenfolge kann Geld sparen

Solange das Gerüst steht, sind Arbeiten an der Fassade, an den Fenstern im Obergeschoss und an den Dachanschlüssen deutlich günstiger als in einem zweiten Anlauf. Wer ohnehin plant, in den nächsten Jahren die Fassade zu dämmen, sollte das mit dem Dach zusammen denken – schon deshalb, weil der Dachüberstand nach einer Fassadendämmung oft nicht mehr ausreicht und dann noch einmal angefasst werden muss.

Andersherum gilt: Die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten liegt bei 30.000 Euro je Wohneinheit und Kalenderjahr für alle Hüllmaßnahmen zusammen. Wer Dach und Fassade im selben Jahr beantragt, teilt sich eine Grenze. Über zwei Kalenderjahre verteilt sind es zwei.

Beides gegeneinander abzuwägen, ist genau die Rechnung, die ein individueller Sanierungsfahrplan liefert – und die auch den entsprechenden Bonus auslöst.

Was die Förderung ändert

Die Grundförderung beträgt 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Weil eine vollständige Dachsanierung fast immer über der Höchstgrenze liegt, wirkt sich das anders aus, als man vermutet: Der Zuschuss ist praktisch eine feste Summe, und jeder Euro oberhalb der Grenze trägt sich vollständig selbst.

Für die Angebotsprüfung heißt das: Oberhalb der Grenze lohnt sich am meisten, Positionen zu hinterfragen, die nicht zwingend zur Dämmung gehören. Eine Photovoltaikanlage etwa hat ihre eigene Förderung und gehört nicht in dieselbe Antragssumme. Gerüst, Abbruch und Entsorgung sind dagegen ausdrücklich als Umfeldmaßnahmen mit förderfähig.

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