Fenster-Angebot prüfen: die Punkte, an denen Angebote auseinandergehen
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Der Preis je Fenster sagt am wenigsten aus
Zwei Angebote über zwölf Fenster können sich um 40 Prozent unterscheiden, ohne dass eines davon überteuert wäre. Der Grund liegt fast nie am Fenster selbst, sondern an dem, was drumherum steht: Wer die Laibungen, die Fensterbänke, die Abdichtung der Anschlussfuge und die Entsorgung der Altfenster einrechnet, kommt zwangsläufig höher heraus als jemand, der nur das Element und die Montage anbietet.
Deshalb ist die erste Frage bei einem Fensterangebot nicht „Ist das teuer?", sondern „Was ist eigentlich drin?". Erst wenn zwei Angebote denselben Umfang beschreiben, ist der Preisvergleich aussagekräftig.
Als Bezugsgröße eignet sich der Quadratmeter Fensterfläche besser als das Stück: Ein bodentiefes Element im Wohnzimmer und ein Kellerfenster sind beides „ein Fenster", unterscheiden sich im Preis aber um den Faktor fünf.
Die Positionen, die am häufigsten fehlen
Aus den bisher geprüften Angeboten sind es immer wieder dieselben Leistungen. Sie haben eines gemeinsam: Sie fallen erst auf, wenn die alten Fenster schon draußen sind.
- Laibungs-, Putz- und Malerarbeiten innen und außen – beim Ausbau bricht der Putz an der Laibung fast immer aus.
- Innen- und Außenfensterbänke, getrennt ausgewiesen, mit Material und Maß.
- Die Abdichtung der Anschlussfuge nach dem Leitfaden zur Montage („RAL-Montage"), innen luftdicht und außen schlagregendicht.
- Ausbau, Abtransport und Entsorgung der Altfenster.
- Das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6, wenn der Fenstertausch das Gebäude spürbar dichter macht.
- Ein Gerüst oder ein Hubsteiger für die Elemente im Obergeschoss.
- Die Fachunternehmererklärung für den Förderantrag.
Uw statt Ug: die Zahl, an der die Förderung hängt
Für die BEG-Förderung zählt der Uw-Wert – der Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten eingebauten Fensters aus Rahmen und Glas. Verlangt werden höchstens 0,95 W/(m²·K); bei Baudenkmalen und besonders erhaltenswerter Bausubstanz gilt eine gelockerte Anforderung.
In Angeboten steht dagegen häufig nur der Ug-Wert der Verglasung, und der liegt bei einer Dreifachverglasung schnell bei 0,5 oder 0,6. Das liest sich besser, ist aber nicht die maßgebliche Zahl: Der Rahmen dämmt schlechter als das Glas, deshalb liegt Uw immer über Ug – bei einem üblichen Kunststofffenster um etwa 0,3 bis 0,4 darüber.
Steht im Angebot nur eine Zahl ohne Kennzeichnung, ist die Rückfrage entscheidend: „Ist das der Uw-Wert des eingebauten Fensters oder der Ug-Wert der Verglasung?" Der Unterschied entscheidet über den Zuschuss. Mehr dazu im Artikel zum Unterschied zwischen Uw und Ug.
Wo die Förderung für Fenster herkommt
Der Fenstertausch ist eine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle. Zuständig ist das BAFA, nicht die KfW – die Heizungsförderung ist ein anderer Topf mit anderen Sätzen und einem anderen Antrag.
Die Grundförderung beträgt 15 Prozent der förderfähigen Kosten, mit einem individuellen Sanierungsfahrplan kommen bis zu 5 Prozentpunkte hinzu. Die förderfähigen Kosten sind für die erste Wohneinheit auf 30.000 Euro je Kalenderjahr gedeckelt, mit Sanierungsfahrplan auf 60.000 Euro.
Ein Punkt, der Fensterkunden regelmäßig überrascht: Anders als beim Heizungstausch ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten aus der Expertenliste des Bundes Fördervoraussetzung. Ein Angebot, das ihn nicht erwähnt, ist deshalb keins mit einer Lücke im Leistungsverzeichnis, sondern eines ohne Grundlage für den Antrag.
Technische Angaben, die ins Angebot gehören
Neben dem Uw-Wert gibt es vier Angaben, die ein vergleichbares Angebot ausmachen: das Rahmenmaterial, die Verglasung, der Gesamtenergiedurchlassgrad und, falls vereinbart, die Einbruchhemmung.
Beim Rahmenmaterial liegen zwischen Kunststoff, Holz, Holz-Aluminium und Aluminium erhebliche Preisunterschiede – ein Vergleich über Materialgrenzen hinweg misst das Material, nicht den Preis. Der Gesamtenergiedurchlassgrad, kurz g-Wert, beschreibt, wie viel Sonnenwärme durch die Scheibe kommt: Ein niedriger Wert hilft im Sommer, kostet aber im Winter solare Gewinne. Bei einer Nordfassade ist ein hoher g-Wert sinnvoller als an einer großen Südfront ohne Verschattung.
Die Einbruchhemmung nach DIN EN 1627 (RC1N bis RC3) ist keine Förderanforderung, aber ein Kostenfaktor. Steht sie nicht im Angebot, ist sie in aller Regel auch nicht enthalten.
Alternativpositionen: der Fehler, der am schwersten zu sehen ist
Viele Fensterangebote stellen dieselben Elemente in mehreren Ausführungen nebeneinander, damit der Kunde wählt – etwa dreimal 26 Fenster mit unterschiedlicher Verglasung. Beauftragt ist davon genau eine Ausführung, aber die Kennzeichnung besteht manchmal nur aus Klammern um die Beträge.
Wer das übersieht, rechnet mit der dreifachen Fensterfläche und hält das Angebot für konkurrenzlos günstig. Die Gegenprobe ist einfach: Zählen Sie die Beträge aller Positionen zusammen und vergleichen Sie mit der ausgewiesenen Nettosumme. Geht die Rechnung nicht auf, sind Alternativen dabei.
Die Punkte als Checkliste
Zusammengefasst sind das die Punkte, an denen sich ein vollständiges, plausibles und förderfähiges Fensterangebot zeigt:
- Uw-Wert des eingebauten Fensters, ausdrücklich als solcher bezeichnet
- Rahmenmaterial und Verglasung je Element
- Maße jedes Elements, damit sich die Fensterfläche nachrechnen lässt
- Abdichtung der Anschlussfuge als eigene Position
- Laibungsarbeiten innen und außen
- Innen- und Außenfensterbänke
- Ausbau und Entsorgung der Altfenster
- Lüftungskonzept nach DIN 1946-6
- Energieeffizienz-Experte und Fachunternehmererklärung
- Zahlungsbedingungen, Fertigstellungstermin und Gewährleistung
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