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Uw oder Ug? Der Unterschied, der über die Förderung entscheidet

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Drei Buchstaben, drei verschiedene Zahlen

Am Fenster gibt es nicht einen U-Wert, sondern drei. Ug steht für das Glas allein, Uf für den Rahmen („frame"), und Uw für das fertige Fenster („window") aus beidem zusammen, gewichtet nach Flächenanteil und ergänzt um den Randverbund der Scheibe.

Diese Reihenfolge ist keine Formalie: Der Rahmen dämmt schlechter als moderne Dreifachverglasung, und der Randverbund am Scheibenrand ist die schwächste Stelle des ganzen Bauteils. Uw liegt deshalb praktisch immer über Ug – bei einem üblichen Kunststofffenster um etwa 0,3 bis 0,4 W/(m²·K).

Ein Angebot mit „U-Wert 0,6" beschreibt also mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verglasung. Das fertige Fenster liegt dann bei ungefähr 0,9 bis 1,0 – und damit womöglich über der Förderanforderung.

Was die Förderung verlangt

Für die BEG-Förderung von Fenstern und Fenstertüren in Wohngebäuden ist ein Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²·K) maßgeblich. Ausdrücklich der Uw-Wert: Ein Ug von 0,6 erfüllt die Anforderung nicht automatisch, und ein Ug von 0,5 ebenso wenig.

Bei Baudenkmalen und besonders erhaltenswerter Bausubstanz gilt eine gelockerte Anforderung, weil dort die Fensterform häufig vorgegeben ist und schmale Sprossen die Dämmwirkung begrenzen. Wer sich darauf beruft, braucht in der Regel eine entsprechende Einstufung – das lässt sich vorab bei der Denkmalbehörde klären.

Für Dachflächenfenster gehen die Quellen zwischen 0,95 und 1,0 auseinander. Wenn Ihr Angebot in diesem Bereich liegt, lohnt die Rückfrage beim Energieeffizienz-Experten, bevor Sie beauftragen.

Warum das Fenster größer sein kann als sein Glas

Der Uw-Wert hängt nicht nur am Material, sondern an der Geometrie. Je kleiner das Fenster, desto größer der Rahmenanteil an der Fläche – und desto stärker zieht der schlechtere Rahmenwert den Gesamtwert nach oben. Ein kleines Kellerfenster mit derselben Verglasung wie das bodentiefe Wohnzimmerelement hat deshalb einen deutlich schlechteren Uw-Wert.

Dasselbe gilt für Sprossen. Echte, durch das Glas geführte Sprossen unterteilen die Scheibe in mehrere kleine Felder und vervielfachen den Randverbund. Aufgeklebte Sprossen tun das nicht – sie sind optisch ähnlich und energetisch etwas völlig anderes.

Aus beidem folgt: Ein pauschaler Uw-Wert für „alle Fenster" im Angebot ist eine Vereinfachung. Für den Förderantrag ist entscheidend, dass jedes eingebaute Element die Anforderung hält, nicht der Durchschnitt.

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So erkennen Sie im Angebot, welcher Wert gemeint ist

Die Bezeichnungen sind uneinheitlich, aber es gibt verlässliche Anhaltspunkte. Steht der Wert in einer Zeile über die Verglasung („Dreifach-Wärmeschutzglas, U = 0,6"), ist es der Ug-Wert. Steht er in einer Zeile über das Element („Kunststofffenster Dreh/Kipp, Uw = 0,93"), ist es der Uw-Wert.

Steht er isoliert ohne Bezug, hilft die Größenordnung: Werte um 0,5 bis 0,7 sind fast immer Glaswerte, Werte um 0,8 bis 1,3 fast immer Fensterwerte. Sicher ist das nicht, deshalb ist die schriftliche Bestätigung der bessere Weg.

Eine Formulierung, die die Sache klärt: „Bitte bestätigen Sie im Angebot den Uw-Wert des eingebauten Fensters nach DIN EN 14351-1 für jedes Element, nicht den Ug-Wert der Verglasung."

Was der Unterschied in Euro bedeutet

Bei einem Fensterangebot über 20.000 Euro brutto beträgt die Grundförderung 15 Prozent, also 3.000 Euro. Erfüllt das eingebaute Fenster die Anforderung nicht, entfällt dieser Betrag – nicht anteilig, sondern ganz.

Die Mehrkosten für ein Element, das von 1,1 auf 0,9 kommt, liegen dagegen erfahrungsgemäß im niedrigen dreistelligen Bereich je Fenster. Die Frage, ob die Fenster die Anforderung halten, ist deshalb vor der Beauftragung fast immer eine lohnende – nachher ist sie nur noch eine ärgerliche.

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