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Schimmel nach dem Fenstertausch: warum ein Lüftungskonzept dazugehört

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Das Paradox der dichten Fenster

Alte Fenster sind undicht, und das war jahrzehntelang der unbemerkte Lüftungsanlagenersatz eines Hauses. Über die Fugen entwich ständig ein Teil der feuchten Raumluft, ohne dass jemand ein Fenster öffnen musste. Wer neue Fenster einbaut, schaltet diesen Mechanismus ab – und das ist der Sinn der Übung.

Die Feuchte, die vorher durch die Fugen abzog, bleibt danach im Raum. Eine vierköpfige Familie gibt über Atmung, Duschen, Kochen und Wäsche mehrere Liter Wasser am Tag an die Raumluft ab. Wenn dieselbe Wassermenge auf ein dichteres Gebäude trifft, steigt die relative Luftfeuchte – und sie schlägt sich dort nieder, wo es am kältesten ist.

Deshalb ist Schimmel in den ersten Wintern nach einem Fenstertausch kein Zufall und kein Baumangel im engeren Sinn, sondern eine vorhersehbare Folge, wenn nichts anderes geändert wird.

Die kälteste Stelle wandert

Ein zweiter Effekt kommt hinzu. Bei alten Fenstern war die Scheibe die kälteste Fläche im Raum; Kondenswasser lief morgens am Glas herunter, war sichtbar und wurde weggewischt. Mit einer Dreifachverglasung ist die Scheibe wärmer als die ungedämmte Außenwand dahinter.

Die kälteste Stelle liegt danach in der Zimmerecke, hinter dem Schrank oder an der Fensterlaibung – also dort, wo niemand hinsieht und wo die Luft schlecht zirkuliert. Sichtbar wird das Problem erst, wenn es schon eine Weile besteht.

Das ist übrigens ein Argument dafür, Fenstertausch und Fassadendämmung gemeinsam zu denken: Eine gedämmte Wand hinter neuen Fenstern hat dieses Problem nicht.

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Was ein Lüftungskonzept ist

Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 ist eine Rechnung, keine Anlage. Es prüft, ob der Luftwechsel, der sich nach der Maßnahme ohne Zutun der Bewohner einstellt, ausreicht, um die Feuchte abzuführen. Ausgangspunkt sind Gebäudegröße, Dichtheit und Personenzahl.

Kommt die Rechnung zu dem Ergebnis, dass es reicht, ist das Konzept damit fertig und kostet nur die Erstellung. Reicht es nicht, benennt es Maßnahmen: Das kann von Fensterfalzlüftern über Außenwand-Luftdurchlässe bis zu einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reichen.

Der Aufwand für die Erstellung liegt üblicherweise im niedrigen dreistelligen Bereich. Gemessen an dem, was eine Schimmelsanierung kostet, ist das eine der günstigsten Positionen im ganzen Angebot.

Was im Angebot stehen sollte

Prüfen Sie, ob eine Position zum Lüftungskonzept, zum Lüftungsnachweis oder zu Fensterfalzlüftern auftaucht. Fehlt beides, ist die Nachfrage sinnvoll – nicht, weil das Angebot fehlerhaft wäre, sondern weil die Frage nach dem Tausch niemand mehr stellt.

Eine konkrete Formulierung: „Ist nach dem Tausch ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 erforderlich, wer erstellt es, und was kostet es? Falls lüftungstechnische Maßnahmen nötig werden – welche schlagen Sie vor?"

Und unabhängig vom Konzept: Regelmäßiges Stoßlüften bleibt auch mit Falzlüftern nötig. Ein Lüftungskonzept ersetzt das Lüften nicht, es beschreibt nur, wie viel davon das Gebäude von sich aus schon leistet.

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