RAL-Montage: warum die Fuge wichtiger ist als das Fenster
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Der teuerste Zentimeter des ganzen Fensters
Zwischen dem Blendrahmen des Fensters und dem Mauerwerk liegt eine Fuge von ein bis drei Zentimetern. Sie ist die Stelle, an der ein Fenstertausch gelingt oder schiefgeht – und sie kostet einen Bruchteil dessen, was das Element kostet.
Die Anforderung ist einfach zu merken und schwer auszuführen: innen dichter als außen. Die innere Ebene muss luftdicht sein, damit keine feuchte Raumluft in die Fuge strömt. Die äußere muss schlagregendicht sein, aber dampfdurchlässig, damit Feuchte, die trotzdem hineinkommt, nach außen abtrocknen kann.
Ist es umgekehrt – außen dicht verklebt, innen offen –, wandert Raumluft in die Fuge, kühlt dort ab und gibt ihre Feuchte an eine Stelle ab, die nicht abtrocknen kann. Der Schaden zeigt sich nicht im ersten Winter, sondern nach Jahren, und dann hinter dem Putz.
Was „RAL-Montage" tatsächlich bedeutet
Der Begriff ist verbreitet und wird uneinheitlich benutzt. Gemeint ist die Ausführung nach dem Leitfaden zur Montage, der die anerkannten Regeln der Technik für den Fensteranschluss beschreibt. Ein Gütesiegel für ein Produkt ist er nicht, und eine Zertifizierung des Betriebs ebenfalls nicht.
Praktisch besteht die Leistung aus drei Ebenen: innen eine Dichtfolie oder ein vorkomprimiertes Band, das den Anschluss luftdicht macht; in der Mitte eine Dämmung der Fuge; außen ein schlagregendichtes, dampfdurchlässiges Band oder eine entsprechende Folie.
Reiner Bauschaum ist keine dieser drei Ebenen. Er dämmt die Fuge, dichtet sie aber weder luft- noch schlagregendicht ab. Ein Angebot, das die Montage mit „ausschäumen" beschreibt, beschreibt nicht die geforderte Ausführung.
Warum die Förderung daran hängt
Für die BEG-Förderung von Fenstern ist die fachgerechte Ausführung Teil der Anforderungen, nicht nur der Uw-Wert des Elements. Der Gedanke dahinter ist naheliegend: Ein Fenster mit Uw 0,9 in einer undichten Fuge ist energetisch schlechter als ein Fenster mit Uw 1,1 in einem sauberen Anschluss.
Für Sie heißt das: Die Leistung sollte als eigene Position im Angebot stehen, nicht in einem Elementpreis untergehen. Zum einen ist sie dann vergleichbar, zum anderen haben Sie im Streitfall eine Zusage, auf die Sie sich beziehen können.
So erkennen Sie die Leistung im Angebot
Suchen Sie nach diesen Begriffen. Findet sich keiner davon, ist die Leistung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gesondert kalkuliert:
- „Montage nach RAL" oder „Montage nach Leitfaden zur Montage"
- „Anschlussfugenabdichtung", „Fugenabdichtung innen und außen"
- „Kompriband", „Multifunktionsband", „vorkomprimiertes Dichtband"
- „Dichtfolie innen" beziehungsweise „Anschlussfolie außen"
- Eine Angabe zur Befestigung: Dübel, Rahmenanker oder Montagesystem in der Dämmebene
Die Frage, die die Sache klärt
Statt zu fragen, ob „nach RAL" montiert wird – das bejaht praktisch jeder Betrieb –, lohnt die konkrete Variante: „Wie wird die Anschlussfuge innen und außen ausgeführt, mit welchen Materialien, und ist das im Festpreis enthalten?"
Ein Betrieb, der die Leistung tatsächlich einkalkuliert hat, beantwortet das in zwei Sätzen und mit Produktnamen. Eine ausweichende Antwort ist ihrerseits eine Information.
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