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Wärmepumpe Angebot bauseits: welche Leistungen oft fehlen und wer sie übernimmt

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Warum gerade bei der Wärmepumpe so viel bauseits steht

Ein Heizungstausch sieht aus wie ein einziger Auftrag, ist aber in Wirklichkeit mehrere. Die Wärmepumpe selbst und die Hydraulik sind Sache des Heizungsbauers. Der Stromanschluss ist Sache eines Elektrobetriebs. Das Fundament für die Außeneinheit, die Kernbohrung durch die Wand und ein Leitungsgraben gehören eher zum Maurer oder Tiefbauer. Und am Ende muss jemand die alte Anlage ausbauen und entsorgen.

Ein Heizungsbauer, der nicht alles selbst macht, hat zwei Möglichkeiten: Er bindet Partnerbetriebe ein und rechnet deren Arbeit mit ab, oder er klammert diese Leistungen aus. Im zweiten Fall steht im Angebot „bauseits" – und die Arbeit landet bei Ihnen.

Das ist nicht unseriös. Es ist sogar verbreitet, und manchmal ist es für Sie günstiger, einen Elektriker oder Maurer selbst zu beauftragen. Es heißt aber, dass das Angebot nicht den Endpreis des Projekts zeigt. Dieser Artikel geht die Leistungen durch, die in Wärmepumpenangeboten am häufigsten ausgeklammert werden.

Elektroanschluss und Zählerschrank

Die Wärmepumpe braucht einen eigenen Stromanschluss mit Absicherung, dazu oft eine Steuerleitung. Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter dem Hausanschluss dürfen nach der Niederspannungsanschlussverordnung außer dem Netzbetreiber nur Installationsunternehmen ausführen, die in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. Viele Heizungsbauer sind das nicht und schreiben den Elektroanschluss deshalb bauseits.

Hinter dem Anschluss steckt mehr als ein Kabel. Neue Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG und müssen vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber gemeldet werden. Dazu kann eine Steuereinrichtung im Zählerschrank kommen, und je nach gewähltem Netzentgelt-Modul ein eigener Zählpunkt. Ein älterer Zählerschrank, der den heutigen Anschlussbedingungen nicht entspricht, muss unter Umständen erneuert werden.

Steht der Elektroanschluss als bauseits im Angebot, gehört deshalb nicht nur die Leitung auf Ihre Liste, sondern auch die Anmeldung und ein möglicher Umbau des Zählerschranks. Das ist der Posten, bei dem die Spanne der möglichen Kosten am größten ist.

Kernbohrung und Wanddurchführung

Zwischen Außeneinheit und Haus verlaufen Leitungen – bei einer Monoblock-Anlage die Heizungsvor- und -rückläufe, bei einer Split-Anlage die Kältemittelleitungen, dazu jeweils Strom und Steuerung. Sie gehen durch eine Kernbohrung in der Außenwand oder im Kellermauerwerk, die anschließend fachgerecht abgedichtet werden muss, damit keine Feuchtigkeit eindringt.

Die Kernbohrung steht auffallend oft als bauseits im Angebot oder in einer Sammelposition mit dem Zusatz „Kernbohrung bauseits". Bei mehreren Bohrungen, dickem Mauerwerk oder einer Durchführung unter der Erdoberfläche wird daraus ein eigener Auftrag für einen Betrieb mit dem passenden Gerät.

Fundament, Konsole und Erdarbeiten

Die Außeneinheit braucht einen tragfähigen, ebenen Untergrund: ein Betonfundament, Fertigteil-Sockel oder eine Wandkonsole. Beim Betrieb fällt Kondensat an, das abgeleitet werden muss, ohne dass es im Winter vor dem Gerät zu einer Eisfläche wird. Steht die Außeneinheit nicht direkt an der Hauswand, kommt ein Graben für die Leitungen dazu.

Fundament und Erdarbeiten sind klassische Arbeiten, die der Heizungsbauer an einen anderen Betrieb abgibt oder ausklammert. Im Angebot findet man sie dann als „Fundament bauseits", „Erdarbeiten bauseits" oder in den Vorbemerkungen als Ausschluss von Maurer- und Tiefbauarbeiten. Ob der Aufwand klein oder groß ist, hängt am Aufstellort – und der steht im Angebot selten so genau, dass man es abschätzen könnte.

Demontage und Entsorgung der Altanlage

Der alte Kessel muss raus, bevor die neue Anlage hinein kann. Ausbau und Entsorgung sind Arbeit, und die Entsorgung kostet Gebühren. Viele Angebote führen beides als eigene Position, manche schreiben es als bauseits, und manche erwähnen es gar nicht.

Bei einer alten Ölheizung kommt der Tank dazu. Reinigung, Stilllegung oder Ausbau eines Öltanks sind eine eigene Leistung, oft eines spezialisierten Fachbetriebs. Wird die alte Feuerstätte stillgelegt, ist häufig auch der Schornsteinfeger einzubeziehen. Beides gehört ins Angebot oder ausdrücklich auf die Liste der Dinge, um die Sie sich selbst kümmern.

Sie haben ein Angebot vorliegen? Lassen Sie es gegen echte Angebote einordnen – die Vorschau mit Preis- und Förder-Ampel ist kostenlos.

Putz, Maler und Wiederherstellung

Wo Leitungen neu verlegt werden, wo Heizkörper getauscht oder Wände geöffnet werden, bleibt etwas zum Schließen: Schlitze verputzen, Löcher schließen, streichen. Diese Arbeiten stehen in Wärmepumpenangeboten fast nie als Position. Typisch ist ein Satz in den Vorbemerkungen wie „Maurer-, Putz- und Malerarbeiten sind nicht Bestandteil des Angebots".

Für die Kostenrechnung ist das kein großer, aber ein sicherer Posten. Wer ihn nicht einplant, steht am Ende vor einem funktionierenden Heizungssystem in einem Keller, der wie eine Baustelle aussieht.

Förderunterlagen als bauseits-Position

Eine Sonderform ist die Förderbegleitung. Für den KfW-Zuschuss braucht es vor dem Antrag eine Bestätigung zum Antrag und nach Abschluss eine Bestätigung nach Durchführung. Beide darf nach der KfW das ausführende Fachunternehmen ausstellen oder ein Energieeffizienz-Experte aus der Expertenliste der dena.

In einem Angebot, das unser Check gelesen hat, stand die „Fördermittelbegleitung inkl. Bestätigung zum Antrag (BzA) und Bestätigung nach Durchführung (BnD)" als Position zu 0,00 € mit dem Zusatz „bauseits gestellt". Das heißt: Der Betrieb stellt die Bestätigungen nicht aus. Ohne sie gibt es keinen Antrag und keine Auszahlung – Sie brauchen dann in der Regel einen Energieeffizienz-Experten, und der kostet Geld und Zeit.

Was bauseits für die Förderung bedeutet

Die KfW fördert bei der Heizungsförderung nicht nur die Anlage, sondern ausdrücklich auch vorbereitende und wiederherstellende Maßnahmen, die sie Umfeldmaßnahmen nennt. Welche Arbeiten genau dazu zählen, regelt ihr Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen.

Für bauseitige Leistungen folgt daraus zweierlei. Erstens kann eine Arbeit, die ein anderer Betrieb ausführt, trotzdem zum geförderten Vorhaben gehören – ob und wie, klären Sie am besten mit dem Fachunternehmen oder Experten, der die Bestätigung ausstellt. Zweitens weist man die Kosten nach der KfW über Rechnungen nach, die zusammen mit der Bestätigung nach Durchführung eingereicht werden. Was Sie selbst erledigen, steht auf keiner Rechnung.

Fragen vor der Unterschrift

Mit diesen Fragen wird aus einem Wärmepumpenangebot mit bauseits-Vermerken ein Projekt mit vollständigem Preis.

  • Welche Arbeiten sind ausdrücklich nicht enthalten, auch in den Vorbemerkungen und Schlussbedingungen?
  • Wer übernimmt den Elektroanschluss, die Anmeldung beim Netzbetreiber und einen möglichen Umbau am Zählerschrank?
  • Wer macht Kernbohrung, Fundament und Erdarbeiten, und bis wann müssen sie fertig sein?
  • Sind Demontage und Entsorgung der Altanlage im Preis, gegebenenfalls einschließlich Öltank?
  • Stellen Sie die Bestätigung zum Antrag und die Bestätigung nach Durchführung selbst aus?
  • Können Sie die bauseitigen Leistungen über Partnerbetriebe mit anbieten, und zu welchem Preis?

Was unser Check damit macht

Der Angebotscheck geht bei Wärmepumpenangeboten eine feste Liste von Leistungen durch, die zu einem vollständigen Heizungstausch gehören – darunter hydraulischer Abgleich, Elektroanschluss, Fundament, Demontage der Altanlage, Inbetriebnahme, Netzanmeldung und Förderbestätigung. Fehlt eine davon oder steht sie als bauseits im Angebot, meldet er sie als mögliches Nachtragsrisiko, beim bauseits-Vermerk mit der Stelle im Wortlaut.

Ob die Ausklammerung sinnvoll ist, beurteilt der Check nicht. Er sorgt dafür, dass Sie wissen, was außerhalb dieses Angebots noch auf Sie zukommt, bevor Sie unterschreiben.

Häufige Fragen

Was heißt bauseits im Wärmepumpen-Angebot?
Dass der Heizungsbauer diese Leistung nicht übernimmt und Sie sie selbst stellen – in Eigenleistung oder über einen anderen Betrieb. Häufig betrifft das Elektroanschluss, Kernbohrung, Fundament, Erdarbeiten und Entsorgung.
Warum ist der Elektroanschluss bei der Wärmepumpe oft bauseits?
Weil Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter dem Hausanschluss nach der Niederspannungsanschlussverordnung nur in ein Installateurverzeichnis eingetragene Betriebe ausführen dürfen. Viele Heizungsbauer sind das nicht und klammern den Anschluss deshalb aus oder binden einen Partnerbetrieb ein.
Wer macht die Kernbohrung für die Wärmepumpe?
Das regelt das Angebot. Steht sie dort als bauseits, beauftragen Sie sie selbst, meist bei einem Betrieb mit Kernbohrgerät. Nach der Bohrung muss die Durchführung fachgerecht abgedichtet werden.
Sind bauseitige Leistungen förderfähig?
Die KfW fördert bei der Heizungsförderung auch vorbereitende und wiederherstellende Umfeldmaßnahmen; welche dazu zählen, regelt ihr Infoblatt. Nachgewiesen werden die Kosten über Rechnungen, die mit der Bestätigung nach Durchführung eingereicht werden – Eigenleistung erscheint auf keiner Rechnung.
Was passiert, wenn die Förderbestätigung bauseits steht?
Dann stellt der Betrieb weder die Bestätigung zum Antrag noch die Bestätigung nach Durchführung aus. Ohne sie lässt sich der KfW-Zuschuss weder beantragen noch auszahlen; Sie brauchen dafür in der Regel einen Energieeffizienz-Experten.

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