Wärmepumpen-Angebote vergleichen: die Checkliste
Zuletzt aktualisiert am
Das Grundproblem beim Vergleich
Zwei Angebote für dieselbe Wärmepumpe können 25.000 und 34.000 Euro lauten, und beide können angemessen sein. Der Unterschied steckt fast nie im Stundensatz, sondern im Leistungsumfang: Das eine Angebot enthält Elektroanschluss, Fundament, Abgleich und Entsorgung, das andere nicht. Wer nur die Endsummen nebeneinanderlegt, wählt zuverlässig das unvollständigere Angebot.
Der Vergleich läuft deshalb in fünf Schritten, und die Endsumme kommt erst im dritten. Am Ende sollte nicht die Frage stehen, welches Angebot billiger ist, sondern welche Positionen im einen stehen und im anderen fehlen.
Eine Vorbedingung: Beide Angebote sollten auf derselben Aufgabe beruhen. Wenn ein Betrieb auf 12 Kilowatt auslegt und der andere auf 8, vergleichen Sie nicht zwei Preise, sondern zwei Planungen – und die Frage, welche Heizlast stimmt, ist dann vorrangig.
Schritt 1: Leistungsumfang gegenüberstellen
Legen Sie eine Spalte je Angebot an und haken Sie ab. Jede dieser Positionen fällt an, ob sie im Angebot steht oder nicht – fehlt sie, kommt sie als Nachtrag:
- Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B, mit Zusage des Abgleichprotokolls
- Demontage und Entsorgung der Altheizung; bei Öl zusätzlich Reinigung, Stilllegung und Ausbau des Tanks
- Elektroanschluss inklusive Zuleitung und gegebenenfalls Anpassung des Zählerschranks
- Fundament, Bodenplatte oder Wandkonsole für die Außeneinheit
- Puffer- und Warmwasserspeicher, getrennt ausgewiesen mit Typ, Volumen und Einzelpreis
- Inbetriebnahme, Einregulierung der Heizkurve und Einweisung
- Anmeldung beim Netzbetreiber als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG
- Prüfung, ob die vorhandenen Heizkörper bei der geplanten Vorlauftemperatur ausreichen
- Anfahrt, Fracht und Anlieferung
- Bestätigung zum Antrag (BzA) und Bestätigung nach Durchführung (BnD) für die Förderung
Schritt 2: die technischen Zahlen nebeneinanderlegen
Diese Angaben entscheiden über die Stromrechnung der nächsten zwanzig Jahre. Fehlen sie, ist das der erste Punkt für die Rückfrage – nicht der Preis:
- Heizlast in Kilowatt und das Verfahren, mit dem sie ermittelt wurde
- Nennleistung der Wärmepumpe und der Betriebspunkt, auf den sie sich bezieht (etwa A-7/W35) – Angaben ohne Betriebspunkt sind nicht vergleichbar
- Verhältnis von Nennleistung zu Heizlast: mehr als 30 Prozent darüber deutet auf Überdimensionierung, darunter auf Heizstabbetrieb
- Auslegungs-Vorlauftemperatur bei Normaußentemperatur
- SCOP beziehungsweise jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz bei genau dieser Vorlauftemperatur
- Kältemittel und Schallleistungspegel des Außengeräts, dazu der geplante Aufstellort und der Abstand zur Grundstücksgrenze
- Speichervolumen für Puffer und Warmwasser
Schritt 3: den Preis vergleichbar machen
Bevor Sie Summen gegenüberstellen, bereinigen Sie sie. Vier Handgriffe:
Rechnen Sie mit Nettosummen, wenn ein Angebot netto und eines brutto ausgewiesen ist. Nehmen Sie Bedarfs- und Alternativpositionen heraus – angeboten heißt nicht beauftragt, und ein optionaler Pufferspeicher gehört nicht in die Summe. Ziehen Sie Positionen ab, die nicht zum Wärmepumpentausch gehören, allen voran einen mitbeauftragten Heizkörpertausch oder eine Fußbodenheizungssanierung. Und prüfen Sie den Anteil unbeschriebener Pauschalen: Wenn "Kleinmaterial", "Nebenleistungen" und "diverse Arbeiten" zusammen mehr als etwa 5 Prozent der Summe ausmachen, lassen Sie sie aufschlüsseln.
Erst danach vergleichen Sie. Naheliegend wäre der Preis pro Kilowatt – die Kennzahl führt aber systematisch in die Irre. Montage, Elektroanschluss, Fundament und Hydraulik fallen weitgehend unabhängig von der Gerätegröße an. Gemessen an unserem Angebotsbestand lagen kleine Anlagen im Median bei rund 4.100 Euro pro Kilowatt, große bei rund 3.000. Wer nach dieser Kennzahl bewertet, bestraft im Ergebnis gut gedämmte Häuser mit kleiner Heizlast.
Sinnvoll ist stattdessen der Vergleich gegen den für diese Anlagengröße erwarteten Gesamtpreis: Was kostet eine Anlage mit 8 Kilowatt und Speicher üblicherweise – und wo liegt Ihr Angebot in dieser Spanne? Genau so rechnet auch unsere Preis-Ampel.
Ein auffällig hoher Preis ist dabei kein Beleg für Überteuerung, sondern ein Anlass, die Kalkulation nach Material, Montagestunden und Nebenleistungen aufschlüsseln zu lassen. Ein auffällig niedriger Preis lohnt dieselbe Frage – dort fehlen meist Positionen aus Schritt 1.
Schritt 4: die Förderung durchrechnen
Rechnen Sie den Zuschuss selbst nach, statt die Zahl aus dem Angebot zu übernehmen. Vier Punkte, an denen Angebotsrechnungen regelmäßig danebenliegen:
- Der Prozentsatz gilt nicht für die Angebotssumme, sondern für die förderfähigen Kosten – für die erste Wohneinheit gedeckelt auf 28.000 Euro.
- Der Effizienzbonus von 5 Prozent ist seit dem 21. Juli 2026 entfallen. Angebote, die ihn noch enthalten, weisen einen zu hohen Zuschuss aus.
- Der Klimageschwindigkeits-Bonus liegt bei 16 statt 20 Prozent und sinkt ab Februar 2027 halbjährlich. Maßgeblich ist das Datum der Antragstellung.
- Positionen, die nicht zum Heizungstausch gehören – Wallbox, Photovoltaik, Klimatisierung –, müssen getrennt ausgewiesen sein.
Schritt 5: Vertrag und Zahlung
Der letzte Schritt kostet am wenigsten Zeit und schützt am meisten:
- Anzahlung: über 30 Prozent der Auftragssumme ist unüblich. Sinnvoll sind Zahlungen nach Baufortschritt.
- Eine Restrate bleibt bis zur mängelfreien Abnahme und Übergabe der Dokumentation offen. Ist die Summe vorher vollständig fällig, haben Sie bei Mängeln kein Druckmittel.
- Verbindlicher Ausführungszeitraum und Fertigstellungstermin – ohne Termin lässt sich Verzug kaum feststellen.
- Bindefrist für den Preis, und ob eine Preisgleitklausel enthalten ist.
- Gewährleistung: Für Arbeiten an einem Bauwerk sieht das BGB fünf Jahre vor. Eine kürzere Frist im Angebot ist ein Punkt für die rechtliche Prüfung vor Auftragserteilung.
- Die aufschiebende Bedingung der Förderzusage, damit die Reihenfolge aus dem Antragsverfahren gewahrt bleibt.
Ein Punkt, der in keiner Positionsliste steht
Bevor Sie in die Details gehen, lohnt eine Frage zur Entstehung des Angebots: War jemand im Haus? Ein Angebot, das nach einem Telefonat oder einem Online-Formular erstellt wurde, ist ein Preisschild, keine Planung. Wer den Heizungskeller nicht gesehen hat, kennt weder die Leitungsführung noch den Zustand des Zählerschranks noch den möglichen Aufstellort der Außeneinheit – und genau daraus entstehen später die Nachträge.
Das ist kein Ausschlusskriterium für ein erstes Richtpreisangebot. Nur sollte ein solches Angebot auch als das bezeichnet sein, statt einen Festpreis zu suggerieren. Fragen Sie im Zweifel direkt: Auf welcher Grundlage ist der Preis kalkuliert, und was ändert sich nach einer Besichtigung?
Ein zweiter Punkt derselben Art: Wie viele Angebote sind sinnvoll? Zwei sind zu wenig, um eine Spanne zu erkennen, ab vier wird der Aufwand größer als der Erkenntnisgewinn. Drei ist der übliche Kompromiss – vorausgesetzt, alle drei beziehen sich auf dieselbe Aufgabe.
Was am Ende dastehen sollte
Nach diesen fünf Schritten haben Sie keine Rangliste, sondern eine Differenzliste: eine Tabelle, in der für jede Position steht, ob sie in Angebot A, in Angebot B oder in beiden enthalten ist. Die aussagekräftigen Zeilen sind die, in denen nur ein Haken steht.
Rechnen Sie die fehlenden Positionen mit realistischen Beträgen hoch und addieren Sie sie zur Summe des Angebots, in dem sie fehlen. Häufig dreht sich die Reihenfolge damit um – und wenn nicht, wissen Sie wenigstens, wofür Sie mehr bezahlen.
Und behalten Sie im Blick, was eine Gegenüberstellung nicht leisten kann: Ob der Betrieb zuverlässig arbeitet, Termine hält und im Gewährleistungsfall erreichbar ist, steht in keinem Angebot. Zwei Referenzen aus der Nachbarschaft sagen darüber mehr als jede Positionsliste.
Angebot liegt schon auf dem Tisch?
Laden Sie es hoch und sehen Sie in 90 Sekunden, wie es im Marktvergleich dasteht.
Angebot kostenlos prüfen