Marktüblich
← Ratgeber

Was eine Fassadendämmung kostet – und woraus sich der Preis zusammensetzt

Zuletzt aktualisiert am

Der feste Anteil ist hier am größten

Von allen Gewerken an der Gebäudehülle hat die Fassade den größten von der Fläche unabhängigen Kostenanteil. Der Grund ist das Gerüst: Es steht um das ganze Haus, und es steht über die Trocknungszeiten zwischen Armierung und Oberputz weiter, auch wenn niemand darauf arbeitet.

Ein Preis je Quadratmeter fällt bei einem kleinen Haus deshalb zwangsläufig höher aus als bei einem großen. Ein sinnvoller Vergleich fragt nach dem für diese Fassadenfläche und dieses System üblichen Gesamtpreis, nicht nach dem Quadratmeter.

Die Blöcke im Einzelnen

Bei einem WDVS verteilt sich die Summe grob auf: Gerüst, Vorarbeiten am Untergrund, das Dämmsystem selbst (Platte, Kleber, Dübel), den Putzaufbau mit Armierung und Oberputz, die Anschlussarbeiten an Laibungen und Sockel, die Fensterbänke, das Versetzen der Anbauteile sowie Abbruch und Entsorgung.

Auffällig ist der Anteil der Anschlussarbeiten: Laibungen, Sockel und Fensterbänke zusammen machen an einem Haus mit vielen Fenstern leicht ein Viertel der Summe aus. Ein Angebot, das sie nicht ausweist, ist deshalb entweder unvollständig oder es rechnet sie im Quadratmeterpreis mit – und das ist ein Unterschied von mehreren tausend Euro.

Was regelmäßig unterschätzt wird

Die Posten, die nach der Beauftragung als Nachtrag wiederkommen:

  • Weitere Wochen Gerüst-Standzeit über die Pauschale hinaus, häufig witterungsbedingt
  • Der tatsächliche Umfang der Untergrundvorbereitung, der sich erst am Gerüst zeigt
  • Ein Asbestbefund in einer alten Faserzement-Bekleidung
  • Die Verlängerung des Dachüberstands an Traufe und Ortgang – Dachdeckerarbeit, die in einem Fassadenangebot nicht steht
  • Rollladenkästen, wenn sie mit gedämmt oder ersetzt werden sollen
  • Kellerabgänge, Lichtschächte und Terrassenanschlüsse im Sockelbereich
  • Neue Außensteckdosen und Leuchten, weil die alten Leitungen zu kurz werden
Sie haben ein Angebot vorliegen? Lassen Sie es gegen echte Angebote einordnen – die Vorschau mit Preis- und Förder-Ampel ist kostenlos.

Warum ein günstiges Angebot teurer sein kann

Zwei Angebote mit ähnlicher Endsumme sind nicht gleichwertig, wenn das eine Laibungen, Sockel, Fensterbänke und Untergrundvorbereitung enthält und das andere keine davon. Auf dem Papier steht dann derselbe Betrag; im Ergebnis beschreibt das zweite einen um ein Drittel kleineren Auftrag.

Der zuverlässigste Weg, das zu erkennen, ist eine Differenzliste: Gehen Sie die Positionen Zeile für Zeile durch und vermerken Sie für jedes Angebot, ob die Leistung enthalten, ausgeschlossen oder unklar ist. Anschließend rechnen Sie die fehlenden mit realistischen Beträgen hoch.

Was die Förderung ändert

Die Grundförderung für die Fassadendämmung beträgt 15 Prozent der förderfähigen Kosten, mit einem individuellen Sanierungsfahrplan kommen bis zu 5 Prozentpunkte hinzu. Die Grenze liegt bei 30.000 Euro je Wohneinheit und Kalenderjahr, mit Sanierungsfahrplan bei 60.000 Euro.

Diese Grenze gilt für alle Hüllmaßnahmen eines Kalenderjahres zusammen – Fassade, Dach und Fenster teilen sich eine, nicht drei. Wer mehreres plant, sollte die Reihenfolge über zwei Kalenderjahre durchrechnen.

Gerüst, Abbruch, Entsorgung, Laibungen, Sockelanschluss, neue Fensterbänke und das Versetzen der Anbauteile gelten als Umfeldmaßnahmen und sind mit förderfähig. Ein neuer Balkon, ein Wintergarten oder eine Photovoltaikanlage an derselben Fassade sind es nicht und gehören getrennt ausgewiesen.

Der teuerste Zeitpunkt, sich gegen Dämmung zu entscheiden

Wenn die Fassade ohnehin eingerüstet, vorbereitet und neu verputzt wird, kostet die Dämmung nur den Aufpreis: die Platten, den Kleber, die Dübel und die zusätzliche Arbeit an Laibungen, Sockel und Fensterbänken. Gerüst, Untergrundvorbereitung und Putzaufbau fallen so oder so an.

Wer stattdessen nur streicht oder neu verputzt, zahlt diese Blöcke in zehn oder zwanzig Jahren ein zweites Mal – und bekommt für die reine Instandsetzung keinen Zuschuss, weil gefördert wird, was den Wärmeschutz verbessert.

Das ist kein Argument dafür, immer zu dämmen. Es ist ein Argument dafür, die Frage genau in diesem Moment zu stellen und sich den Aufpreis ausrechnen zu lassen.

Angebot liegt schon auf dem Tisch?

Laden Sie es hoch und sehen Sie in 90 Sekunden, wie es im Marktvergleich dasteht.

Fassade-Angebot kostenlos prüfen