Laibung, Sockel, Rollladenkasten: die Wärmebrücken nach der Dämmung
Zuletzt aktualisiert am
Die Wand wird warm, die Ränder nicht
Eine Wärmebrücke ist eine Stelle, an der mehr Wärme nach außen wandert als in der Fläche daneben. Vor der Dämmung sind die Unterschiede klein – die ganze Wand ist gleichmäßig schlecht. Nach der Dämmung ist die Fläche gut und alles, was ausgespart wurde, ist im Verhältnis dazu deutlich schlechter.
Das hat zwei Folgen. Energetisch gehen über einen kleinen Anteil der Fläche unverhältnismäßig viele Kilowattstunden verloren. Und bauphysikalisch liegt die Oberflächentemperatur dort niedriger als im Rest des Raums – die Feuchte aus der Raumluft schlägt sich genau an dieser Stelle nieder.
Deshalb ist Schimmel an einer Zimmerecke oder an der Fensterlaibung nach einer Fassadendämmung kein Zufall. Es ist die vorhersehbare Folge, wenn die Ränder ausgelassen wurden.
Die Fensterlaibung
Die häufigste und folgenreichste. An jeder Öffnung muss die Dämmung um die Laibung herum bis an den Blendrahmen laufen, mit einer dünneren Platte und einem Anschlussprofil.
Wird sie ausgelassen, entsteht rund um jedes Fenster ein ungedämmter Rahmen von zehn bis zwanzig Zentimetern Breite. Bei fünfzehn Fenstern sind das mehrere Quadratmeter – und sie liegen alle an Stellen, an denen die Luft ohnehin schlecht zirkuliert.
Ein zweiter Punkt hängt daran: Die Dämmung sollte die Fensterrahmen ein Stück überdecken. Sitzt das Fenster in der alten Wandebene weit innen, ist das schwierig – dann lohnt es, den Fenstertausch und die Dämmung zusammen zu planen und das neue Fenster weiter außen zu setzen.
Der Sockel
Die Dämmung muss bis unter die Geländeoberkante geführt werden, sonst bleibt rings um das Haus ein durchgehender ungedämmter Streifen. Weil er direkt über dem Erdreich liegt, ist es zugleich die feuchteste Zone der Wand.
Erforderlich ist dort ein anderer Dämmstoff: druckfest und wasserabweisend, weil er Erddruck und Spritzwasser aushalten muss. Und ein Sockelabschlussprofil, das den Übergang sauber löst.
Die Position kostet, weil aufgegraben und wieder verfüllt werden muss. Nachträglich kostet sie mehr, weil dafür noch einmal aufgegraben wird.
Der Rollladenkasten
Alte Rollladenkästen sind ein Hohlraum in der Außenwand, nach innen oft nur mit einem Deckel verschlossen und nach außen kaum gedämmt. Nach einer gedämmten Fassade sind sie regelmäßig die größte verbliebene Wärmebrücke des ganzen Hauses.
Es gibt drei Wege: den Kasten von innen dämmen, ihn gegen einen gedämmten Aufsatzkasten tauschen, oder den Rollladen ganz aufgeben und außen einen Vorbaukasten in die Dämmebene setzen. Alle drei sind deutlich günstiger, solange das Gerüst steht.
In Angeboten steht dazu häufig nichts, weil der Rollladen nicht zum Gewerk gehört. Das ist nachvollziehbar und ändert nichts daran, dass die Frage jetzt gestellt gehört.
Die übrigen Stellen
Weniger auffällig, aber in Summe relevant:
- Auskragende Balkonplatten, die als Betonzunge durch die Dämmebene laufen – energetisch die größte einzelne Brücke, die sich nur mit erheblichem Aufwand entschärfen lässt
- Der Anschluss an das Dach, wenn die Dämmung an der Traufe endet statt anzuschließen
- Kellerdecke und Kellerabgang, wenn die Fassadendämmung an der Kellerdecke aufhört
- Durchdringungen für Lüftungsrohre, Abgasleitungen und Außensteckdosen
- Vordächer und Geländer, die durch die Dämmung hindurch befestigt werden – hier helfen Montageklötze mit geringer Wärmeleitfähigkeit
Was im Angebot dazu stehen sollte
Für jede der genannten Stellen genügt eine Zeile – aber sie sollte da sein. Fehlt sie, ist offen, ob die Leistung im Preis steckt oder ob die Stelle ausgelassen wird.
Eine Formulierung, die alles auf einmal klärt: „Bitte weisen Sie im Angebot getrennt aus, wie Laibungen, Sockel, Rollladenkästen, Balkonanschlüsse und Durchdringungen ausgeführt werden und ob diese Leistungen im Festpreis enthalten sind."
Angebot liegt schon auf dem Tisch?
Laden Sie es hoch und sehen Sie in 90 Sekunden, wie es im Marktvergleich dasteht.
Fassade-Angebot kostenlos prüfen